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Die Piraten schlagen hohe Wellen

… und beeinflussen sogar schon die schicken Modedesign-Ateliers in Berlin-Mitte:

Seen at “Claudia Scoda“, Alte Schönhauser Straße 35

Hat alles nix gebracht

… wahrscheinlich doch einfach zu wenig Vielfalt!

Kann denn das die Antwort sein?!?

Die PARTEI unterwandert FDP-Wahlparty

Als im Thomas-Dehler-Haus, der Bundeszentrale der FDP, um 18 Uhr die Prognose übertragen wird, bricht Jubel aus. Obwohl die FDP nur 1,8 % geholt hat und aus dem Abgeordnetenhaus fliegt wird das Ergebnis gefeiert, Konfetti fliegt in die Luft und Sprechchöre feiern das phänomenale Abschneiden der Freien Demokraten.

Etwa 50 Aktivisten der Hedonistischen Internationale, der Partei “Die Partei” und “eine unbenannte Gruppe der Kommunikationsguerilla” hatten sich in Abendgarderobe in die Wahlparty eingeschlichen, jede Menge Freibier getrunken und das Jahrhundert-Ergebnis frenetisch gefeiert.

Ein Aktivist sagt im Interview: “Wir hatten großen Rückenwind der Bundespolitik, so haben wir doch noch dieses phänomenale Wahlergebnis von unter 2 Prozent erstritten. Ohne eine harte Ansage gegen Griechenland wäre das nicht möglich gewesen. Deswegen kann man sagen, vom Ergebnis her: “Die FDP ist wieder da…”

Quelle:  Hedonistische Internationale

So sah man es in der ARD:

… und so im ZDF:

SPIEGEL Online nach der Wahl

Die erste Pressekonferenz: Berliner Piraten nach der Wahl

Die PIRATEN schaffen die politische Sensation in Berlin

Die Berliner Piratenpartei feierte die Abgeordnetenhauswahl im Kreuzberger Club “Ritter Butzke” – und ich war natürlich dabei! :-)

17.25 Uhr, die Ruhe vor dem Sturm: Vor dem Eingang ist es noch recht ruhig.

Drinnen dagegen ist es bereits jetzt super voll – und voller Kameras:

Kurz vor dem Schluss der Wahllokale wackelt noch das Bild der Fernsehübertragung, aber zum Glück sind kompetente Fachkräfte vor Ort.

Endlich, der große, historische Moment: In der ARD wird die erste Wahlprognose bekannt gegeben!

Dies führt zunächst zu großem Jubel bei der Verkündung des Wahlergebnises der FDP – schließlich waren die Piraten mit dem Ziel angetreten, mehr Stimmen als die sog. “Liberalen” zu erhalten.

Dann wird endlich das Wahlergebnis der Piraten prognostiziert, und der Saal tobt:

Geschockt, elektrisiert und grenzenlos begeistert lauschen die Piraten ihrem Spitzenkandidat Andreas Baum, der als allererstes den Ritter Butzke grüßt:

Es folgen ein paar sehr kurze Grußwörter und Reden (die meisten beschränken sich auf Aussagen wie “geil!”), hier z.B. von Rickard Falkvinge, Gründer der Piratenpartei in Schweden:

Anschließend  gab es im Ritter Butzke kein Halten mehr, und es wurde gefeiert bis spät in die Nacht!

Endlich: Das Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl 2011

Quelle: Spiegel Online

Mehr Details gibt es bei der Landeswahlleiterin: http://www.wahlen-berlin.de/wahlen/BE2011/Ergebnis/region/a2-GI9900.asp?sel1=1052&sel2=0655&tabtitel=Berlin

Botschaft an die Berliner FDP:

Jedes Bier hat mehr Prozent als ihr! :-)

Wahlergebnis 2011 – Vorab und Exklusiv

Gastbeitrag von Nils:

Liebe Freundinnen und Freunde des gepflegten Fußball- und Politsports,

aus gut unterrichteten Kreisen ist mir die bereits vorbereitete Berichterstattung des RBB für heute Abend zugespielt worden, die ich hiermit gerne weiterreiche. Fazit: Nicht schlecht, aber vielleicht hätte man Heribert Faßbender nicht unbedingt ein Praktikum bei den Öffentlich-Rechtlichen geben sollen.

Der Wahlkampf war ja insgesamt so eine ziemlich durchwachsene Sache.

Oder, frei nach Marcel Reif: “Wenn Sie diesen Wahlkampf atemberaubend finden, haben sie es an den Bronchien.” Nichtsdestotrotz werden wir ab

18 Uhr Wowereit Sachen sagen hören wie Andi Möllers bekanntes Bonmot “Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl”, was in acht Worten den gesamten Inhalt der diesjährigen SPD-Kampagne umfasst. Ob sein, naja, Wahlkampf am Ende nicht eher Politikverdrossenheite geschürt haben anstatt Leute fürs Wählen motiviert haben könnte? “Das wird alles hochkristallisiert.” Mit den Worten Rene Adlers kommt Wowi auch aus dieser Zwickmühle unbeschadet heraus.

Unterdessen wird Renate Künasts von Hans Krankl geliehene Strategie “Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär” am Ende nicht aufgegangen sein. Mit Jürgen Wegmanns ewiger Weisheit “Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu” wird sie ihr lokalpolitisches Abenteuer für beendet erklären. Auch der last-minute-Aktionismus a la Podolski, “Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln” hatte ja schließlich nichts genutzt.

Die Linke wird nach unten durchgereicht, frei nach Aleksander Ristic:

“Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.” Eben.

Die Enttäuschung wird groß sein, so dass Spitzenkandidat Harald Wolf mit Klinsmanns “Das sind Gefühle wo man schwer beschreiben kann” schluchzend aus dem Fernsehstudio geleitet wird.

Die FDP wird sich mit Friedhelm Funkels Klassiker “Die Situation ist bedrohlich, aber nicht bedenklich” weiterer Realitätsverweigerung hingeben. Philipp Rösler wird, nur konsequent, Roland Wohlfahrts Mathekenntnisse noch übertreffen: “Zwei Chancen, ein Tor – das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung.” Vier Wahlen, aus drei Landtagen rausfliegen – das ist eher “Tausendprozentig” (Oliver Kahn). Hätte ich gewusst, wie komplett die sich demontieren sobald sie im Bund an der Macht sind, hätt ich die 2009 glatt gewählt.

Und die Piraten, ja, die Piraten? Lothar Emmerich hat es so schön auf den Punkt gebracht: “Gib mich die Kirsche!” Und zack, ist die Kirsche beziehungsweise sind die Piraten drin.  Auch wenn, in Anbetracht der eher bescheidenen lokalpolitischen Kentnisse, sich abermals Andi Möller bemühen ließe “Madrid oder Mailand – Hauptsache Italien.” 63 Milliarden oder “viele Millionen” Euro Schulden, für Piraten-Spitzenkandidat Andreas Baum bis vor Kurzem kein Unterschied. Inzwischen weiß er es genauer, doch lassen wir ihn Gerhard Dellings Worte als Warnung im Ohr

klingen: “Wenn man ihn jetzt ins kalte Wasser schmeißt, könnte er sich die Finger verbrennen.”

Und am Ende? Werden wir erfreut sein über das Ergebnis, oder eher enttäuscht weil mal wieder nur ein kleineres Übel an die Macht gekommen sein wird? “Es überwiegt eigentlich beides”, so der Weise Lukas Podolski. Oder, mit den Worten Rudi Völlers “Wie so oft liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit.” Na dann.